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Airbnb in Andermatt 2026: Regeln, Bewilligung und Kurtaxe

Wer in Andermatt eine Ferienwohnung über Airbnb oder Booking.com vermieten möchte, muss 2026 die Urner Gastwirtschaftsregeln, die örtliche Bauordnung und die Tourismusabgaben beachten. Für Ferien- und Zweitwohnungen sieht das Tourismusreglement CHF 14 pro m² Nettowohnfläche und Jahr als Grundansatz vor; mögliche Teuerungsanpassungen sind separat zu prüfen. Wir erklären die Bewilligung, die Frage nach einer 90-Tage-Grenze, die Gästemeldung und die Regeln für Mieter und Eigentümer.

Autor: Nikita von Niederhäuser, UrbanHomeAktualisiert: · ca. 12 Minuten

01
14CHF pro m²/Jahrveröffentlichter Grundansatz für die Beherbergungsgebühr
02
60m² BeispielCHF 840 im Jahr nach dem Grundansatz
03
50 / 30% ErstwohnungenMindestanteile in den betroffenen Bauzonen
04
262ORZustimmung für Airbnb-Untervermietung
Grundprinzip

Nicht die 90 Tage, sondern die Nutzung ist entscheidend.

Andermatt setzt bei Ferienwohnungen besonders auf die zulässige Wohnnutzung, das Gastwirtschaftsrecht und jährlich veranlagte Tourismusabgaben. Die Regeln von Genf oder Luzern dürfen nicht auf Uri übertragen werden.

Andermatt · Kanton Uri · 2026
01
90-Tage-Frage

Keine allgemeine kommunale 90-Tage-Grenze

In den geprüften Andermatter Erlassen findet sich keine generelle Airbnb-Obergrenze von 90 Nächten pro Jahr. Das bedeutet aber keine automatische Bewilligungsfreiheit: Bau- und Nutzungsrecht gelten unabhängig von der Vermietungsdauer.[6]

02
Ferienwohnung

Zulässige Nutzung zuerst prüfen

Eine bereits bewilligte Ferien- oder Zweitwohnung ist anders zu beurteilen als die dauerhafte touristische Umnutzung einer Erstwohnung. Die Baukommission kann die zulässige Nutzung für das konkrete Objekt beurteilen.[2]

03
Urner Recht

Gastgewerbegesetz und Baurecht getrennt

Das Urner Gastwirtschaftsgesetz nimmt die Vermietung von Ferienhäusern, Ferienwohnungen und Privatzimmern aus, sofern diese nicht an Passanten vermietet werden. Eine allfällige baurechtliche Bewilligung bleibt davon unberührt.[3]

Bewilligung & Nutzung

Wann braucht Airbnb in Andermatt eine Bewilligung?

Für Gastgewerbepatent, Erstwohnungsanteile und Nutzungsänderung gelten verschiedene Prüfungen.

01
Art. 2 GWG

Ferienwohnungen können ausgenommen sein

Nach Art. 2 Abs. 1 lit. d des Urner Gastwirtschaftsgesetzes sind Ferienwohnungen, Ferienhäuser und Privatzimmer ausgenommen, wenn sie nicht an Passanten vermietet werden. Die konkrete Betriebsform ist entscheidend.[3]

02
Art. 84 BZO

50 % beziehungsweise 30 % Erstwohnungsanteil

In betroffenen Bauzonen südlich der Bahnlinie beträgt der Mindest-Erstwohnungsanteil 50 % (ausser Oberer Wiler); nördlich der Bahnlinie und im Oberen Wiler 30 %. Das sind keine Airbnb-Nächtelimits.[2]

03
Art. 87 BZO

Erstwohnung nicht beliebig umwandeln

Die Vermietung von Erstwohnungen als Zweitwohnungen ist in begründeten Fällen bewilligungspflichtig und kann für maximal drei Jahre gestattet werden. Das ist keine allgemeine Erlaubnis für gewerbliches Airbnb.[2]

Mieter & Eigentümer

Wer darf in Andermatt eine Wohnung auf Airbnb anbieten?

Ob Mieter, Eigentümer oder Betreiber: Mietvertrag, Gebäudereglement und Bauordnung gelten zusätzlich.

M
Mieter

Zustimmung der Vermieterschaft

Die entgeltliche Untervermietung verlangt grundsätzlich die Zustimmung der Vermieterschaft nach Art. 262 OR. Umfang, Gästewechsel und Bedingungen transparent offenlegen.[7]

E
Eigentümer

Bauliche Nutzungsauflagen beachten

Eigentümer müssen die ursprünglich bewilligte Nutzung und allfällige Erstwohnungsauflagen prüfen. Bei Stockwerkeigentum kann das Reglement kurze Gästewechsel beschränken.[2]

2W
Zweitwohnungen

Gebühr auch ohne Vermietung

Die Beherbergungsgebühr nach Art. 10 wird für Ferien- und Zweitwohnungen aufgrund der Nettowohnfläche erhoben – unabhängig davon, ob die Unterkunft selbst genutzt oder gewerblich vermietet wird.[1]

Kurtaxe & Abgaben

Wie hoch ist die Airbnb-Kurtaxe in Andermatt?

Eine jährliche Beherbergungsgebühr nach Wohnfläche ist nicht dasselbe wie eine Gästetaxe pro Nacht.

01
Ferien- und Zweitwohnungen

CHF 14 pro m² und Jahr

Art. 10 des Tourismusreglements legt für Andermatt einen Grundansatz von CHF 14 pro m² Nettowohnfläche und Jahr fest. Beispiel: 60 m² = CHF 840 pro Jahr. Nach Art. 11 sind Teuerungsanpassungen möglich; der tatsächlich veranlagte Ansatz muss bestätigt werden.[1]

02
Hotel- und Beherbergungsbetriebe

Andere Tarife je Zimmer

Art. 7 des Reglements sieht abhängig vom Zimmerpreis jährlich CHF 400, CHF 700 oder CHF 1’000 pro Zimmer als Grundtarif vor. Ob eine Unterkunft unter den Zimmer- oder Ferienwohnungstarif fällt, hängt von ihrer rechtlichen Einstufung ab.[1]

03
Steuern & MWST

Einnahmen separat deklarieren

Miet- und Beherbergungseinnahmen sind steuerlich relevant. Eine mögliche MWST-Pflicht ist unabhängig von der kommunalen Beherbergungsgebühr zu prüfen; für steuerpflichtige Beherbergungsleistungen gilt der Sondersatz von 3,8 %.[8]

Gästemeldung

Gästekontrolle und Gästekarte in Andermatt

Art. 9 des Urner Gastwirtschaftsgesetzes verlangt für dem Gesetz unterstellte Beherbergungsbetriebe eine Gästekontrolle. Bei ausgenommenen privaten Ferienwohnungen muss das konkrete Meldeverfahren separat geklärt werden. Andermatt-Urserntal Tourismus stellt vermietenden Zweitwohnungsbesitzern und Gastgebern entsprechende Unterlagen zur Verfügung: offizielle Gastgeber-Informationen. Kontakt: [email protected].[5]

Vor dem Inserat

Airbnb-Checkliste für Andermatt 2026

Diese Punkte vor der ersten Buchung abklären.

Ist die Wohnung als Erst-, Zweit- oder Ferienwohnung bewilligt?

Bei einer Nutzungsänderung zuerst die Baukommission Andermatt kontaktieren.

Prüfen, ob die Ausnahme des Urner Gastwirtschaftsgesetzes greift.

Als Mieter Zustimmung der Vermieterschaft einholen.

Als Eigentümer das Stockwerkeigentumsreglement prüfen.

Nettowohnfläche und gültigen Gebührenansatz der Gemeinde bestätigen lassen.

Gästekontrolle, Meldung und Gästekarte mit Tourismusorganisation klären.

Buchungserlöse, Ausgaben und mögliche MWST-Pflicht dokumentieren.

Brandschutz, Versicherung, Hausordnung und Nachbarschaft berücksichtigen.

Prüfen, ob ausser der Beherbergungsgebühr eine Tourismusabgabe anfällt.

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Häufige Fragen zu Airbnb in Andermatt 2026

Antworten zum Urner Gastgewerberecht, zur Bauordnung und zu den Tourismusabgaben.

10FAQ

Ja, Airbnb ist nicht pauschal verboten. Ob eine bestimmte Wohnung als Kurzzeitunterkunft genutzt werden darf, hängt von Baubewilligung, Erstwohnungsauflagen, Gastwirtschaftsrecht und privaten Einschränkungen ab.

In den geprüften Andermatter Erlassen ist keine allgemeine Obergrenze von 90 Tagen pro Jahr vorgesehen. Andere Nutzungs- und Bewilligungsvorschriften gelten dennoch.

Nach Art. 2 des Gastwirtschaftsgesetzes sind Ferienwohnungen und Privatzimmer ausgenommen, sofern sie nicht an Passanten vermietet werden. Ob eine Bau- oder Nutzungsänderungsbewilligung benötigt wird, ist separat zu prüfen.

Für Ferien- und Zweitwohnungen gilt im veröffentlichten Tourismusreglement ein Grundansatz von CHF 14 pro m² Nettowohnfläche und Jahr. Teuerungsanpassungen sind möglich; den veranlagten Ansatz bitte bei der Gemeinde bestätigen.

Beim Grundansatz von CHF 14 pro m² ergibt eine 60 m² grosse Ferienwohnung CHF 840 pro Jahr. Dies ist ein Rechenbeispiel vor allfälligen Teuerungsanpassungen.

Die Erstwohnungsauflagen können eine touristische Umnutzung einschränken. Art. 87 BZO erlaubt die Vermietung als Zweitwohnung in begründeten Fällen nur mit Bewilligung. Die Baukommission entscheidet über die konkrete Nutzung.

Für dem Urner Gastwirtschaftsgesetz unterstellte Beherbergungsbetriebe gilt eine Gästekontrolle. Für eine ausgenommene Privatferienwohnung sind die konkret anwendbaren Meldepflichten bei den Behörden zu klären.

Eine automatische Übernahme der jährlichen kommunalen Beherbergungsgebühr durch Airbnb ist nicht belegt. Gastgeber sollten die Veranlagung unmittelbar mit der Gemeinde klären.

Ja. Entgeltliche Untervermietung setzt grundsätzlich die Zustimmung der Vermieterschaft nach Art. 262 OR voraus.

Das gemeinsame Tourismusreglement sieht für Ferien- und Zweitwohnungen in Hospental und Realp 80 % des Grundansatzes und in Andermatt 100 % vor. Die konkreten Ansätze sind bei der zuständigen Gemeinde zu prüfen.

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Das Wichtigste

Fazit: Andermatt hat eigene Airbnb-Regeln – keine Genfer 90-Tage-Grenze

Für eine Airbnb-Wohnung in Andermatt sind die zulässige Nutzung, das kantonale Gastwirtschaftsrecht und die kommunale Beherbergungsgebühr entscheidend. Der veröffentlichte Grundansatz beträgt CHF 14 pro m² Nettowohnfläche und Jahr. Vor dem Inserieren sollten Eigentümer und Mieter die konkrete Bewilligung, die Abgaben und die Gästemeldung bestätigen lassen.

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